Ludwig Müller: Dönermonarchie

Am Anfang vertrat der im Haus als Herr Müllür angesprochene Bewohner des pulsierenden Multi-Kulti-Viertels rund um den Wiener Brunnenmarkt die österreichische Durchschnitts- ansicht: Migration ja, aber bitte nur an Werktagen von 8 bis 18Uhr. Soll keiner sagen, wir hätten kein Interesse an fremden Kulturen! Essen tun wir ja alles, selbst diese japanischen Cevapcici aus Reis und kaltem rohen Fisch. Und der Kebap ist dabei, sogar seine rosafarbene, kantige Schwester, das Bollwerk Leberkässemmel aus dem Schnellimbiss zu drängen.

Und dann sind da noch die diskutierfreudigen Nachbarn des Herrn Müller: der kernige Tiroler aus den Kitzbüheler Alpen ebenso wie der ungarische Psychoanalytiker oder der spiel-und trinkfreudige KuK-Offizier aus dem kroatischen Split. Die Erkenntnis folgt auf dem Fuß: "Entdecke erst den Balkan in deinem Auge, bevor du den Splitter im Auge des Bruders siehst!" Eine Metamorphose vom Bock zum Gärtner, vom Herrn Müller zum bay Müllür. Und ungefähr so korrekt wie Deutsch am Brunnenmarkt.

Wer den „Wordaholic“ Ludwig Müller als, mit dem Salzburger Stier, ausgezeichneten Meister des skurrilen Wortwitzes und Vorsitzenden des legendären Vereins der Freunde des Schüttelreims kennt, wird bei diesem Programm voll auf seine Kosten kommen. Denn Sprache ist Thema Nummer eins, wenn es um die Errichtung der Dönermonarchie geht!